Rezension „Goldene Flamme“ von Leigh Bardugo

Ich habe mich endlich an einen weiteren Fandom gewagt: Das GrishaVerse!

Zum Klappentext:

Alina ist eine einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren von Ravka. Jemand, der entbehrlich ist – ganz anders als ihr Kindheitsfreund Malyen, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Doch als Alina Mal bei einem Überfall auf unerklärliche Weise das Leben rettet, ändert sich alles für sie, denn sie findet heraus, dass sie eine Grisha ist, die über große Macht verfügt.
Alina wird ins Trainingslager der Grisha versetzt, der magischen und militärischen Elite Ravkas. Dort findet sie einen ganz besonderen Mentor: Den ältesten und mächtigsten der Grisha, der nur der »Dunkle« genannt wird und der schon bald ganz eigene Pläne mit Alina verfolgt.

Mit dem Schreibstil von Leigh Bardugo musste ich zugegeben erst einmal warm werden. Die ersten fünzig Seiten konnten mich sowohl inhaltlich, als auch schreibtechnisch noch nicht richtig überzeugen, jedoch haben mich meine hohen Erwartungen, an einen gewissen Dunklen, über den ich schon viele Schwärmereien gehört habe, dazu angetrieben, weiter zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Und als ich mich auch an den Schreibstil gewöhnt hatte, habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Und mit verschlungen meine ich verschlungen, ich habe nicht einmal drei Stunden gebraucht um Band eins zu beenden.

Ich würde nicht sagen, dass „Goldenen Flammen“ durch viele spannende Höhepunkte begeistert. Viel mehr fließt man mit der Handlung stetig voran, durch Neugier getrieben (oder durch einen jungen, eigentlich ziemlich alten, Mann, der eine einnehmende Dunkelheit ausstrahlt). Gegen Ende nimmt die Geschichte an Fahrt zu und endet mit einem Cliffhanger, der mich zwar nicht dazu antreibt, mitten in der Nacht zur Bücherei zu laufen, und mir Band zwei auszuleihen, mich aber doch in freudiger Erwartung auf die Fortsetzung zurücklässt.

Alina als Charakter fand ich zu Weilen etwas anstrengend und widersprüchlich, auf der einen Seite ist sie eine schüchterne graue Maus, auf der anderen Seite auch ziemlich vorlaut. Alles in allem hab ich sie liebgewonnen, zu meinen liebsten weiblichen Protas (selbstverständlich angeführt von Aelin (ToG)), gehört sie aber nicht.

Der Dunkle, was soll ich sagen? Er ist geheimnisvoll, mächtig, düster, hat aber Humor und strahlt eine unheimliche Anziehung aus – somit ist er also perfektes Bookboyfriend-Material und ich bin so gespannt darauf, weitere Facetten von ihm in den Folgebänden kennen zu lernen. Außerdem hat mir die Gegensätzlichkeit zwischen ihm und Alina, die sich in mehreren Aspekten widerspiegelt, sehr gut gefallen.

Mal ist mir leider nicht ans Herz gewachsen. Er ist dieser typische gute, mutige und rechtschaffene männliche Charakter, an dem man einfach nichts aussetzen kann, womit er mich an Chaol (eine weitere Anspielung auf „Throne of Glass“, man könnte meinen ich wäre besessen von der Reihe) erinnert, den ich ebenfalls nicht richtig ausstehen kann. An sich gibt es nichts, was ich negativ an ihm bemängeln kann, abgesehen von der Tatsache, dass ich nichts negativ an ihm bemängeln kann. Natürlich gibt es dafür keinen Sternchenabzug, schließlich kann die Autorin nichts dafür, dass ich düstere, zerissene Charaktere (und viel düsterer geht es ja wohl kaum) vorziehe.

Allgemein gefällt mir die Idee der Fantasywelt sehr, die Bardugo geschaffen hat. Es erinnert mich etwas an die „Die Farbe des Blutes“- Reihe, von Victoria Aveyard, die ich übrigens sehr empfehlen kann.

Alles in allem kann ich wohl sagen, dass mir der erste Band der „Grisha“-Trilogie gut gefallen hat, auch wenn ich nicht komplett umgehauen bin. Das mag aber auch daran liegen, dass ich aufgrund des Hypes ziemlich hohe Erwartungen an die Reihe hege. Dennoch bietet die Geschichte natürlich viel Potenzial und ich werde mich bald darum kümmern, mit Band zwei weiter zu lesen!

4/5

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