„The Run“ von Dana Müller-Braun

Diese Rezension fällt mir unheimlich schwer, weil die Idee des Buches wirklich genial ist, es an der Umsetzung aber leider gescheitert ist.

Zum Inhalt:

Vier Götter wurden einst auf die Erde gesandt, um das Zeitalter der Menschen einzuläuten. Aus schwarzem Sand schufen sie das Reich des Kampfes. Aus goldenem Staub erwuchs die Weisheit. Aus roter Asche wurde der Tod geboren. Und aus blauem Eis das Leben. So die Legende, die noch heute Saris Schicksal bestimmt. Wie alle Achtzehnjährigen muss sie den gefährlichen Lauf durch die vier Reiche der Götter bestehen, bevor sie ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden kann. Dabei ist sie auf die Hilfe eines mächtigen Schattenbringers angewiesen, der ihr Herz ungewöhnlich tief berührt. Aber seine Treue gilt nicht ihr…

Zunächst einmal: Große Coverliebe für das Buch! Ich liebe die Gestaltung und die Farbkombination aus gold und schwarz. Auch von innen ist das Buch eine Schönheit, mit einer Karte der Welt, die in ihm abgedruckt und zur Orientierung beim Lesen hilfreich ist.

Der Inhalt von „The Run“ klingt nicht nur richtig gut, er ist es auch, jedenfalls von der Grundidee her. Beim Lesen der Geschichte merkt man, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, wie Charaktere miteinander verknüpft sind, ebenso wie einzelne Handlungsstränge auf einander zurückzuführen sind. Was mir außerdem total gut gefallen hat, ist, dass am Anfang jeden Kapitels ein Textstelle aus einem besonderen Buch, welches innerhalb dieser Welt eine große Rolle spielt, abgedruckt ist. Dadurch wird mehr Spannung aufgebaut, besonders, wenn man versteht, wie die genannten Textstellen mit der Handlung zusammen hängen.

Leider ist aber bereits der Einstieg in die Handlung ein Problem: Man wird in die Geschichte geworfen, wobei viele Begriffe fallen, die wenig oder gar nicht erläutert werden. Außerdem werden Regeln aufgestellt, die aber im weiteren Verlauf des Buches einfach ignopriert werden, soadss es fraglich ist, warum diese überhaupt eingeführt werden. Die einzelnen Szenen sind außerdem wenig beschrieben, was ich sehr schade finde, da die Handlungsorte an sich sehr viel Potenzial gehabt hätten, allerdings sind sie ungenügend beschrieben worden, sodass man sich kaum ein Bild von ihnen machen konnte.

Im Ganzen ist die Handlung an vielen Stellen sehr schnell oder undurchsichtig, sodass es schwer fällt, den Geschehnissen zu folgen, um sie nachzuvollziehen. Es wirkt so, als hätte jemand eine Idee schnell aufgeschrieben, ohne die einzelnen Stichpunkte auszuformulieren.

Sari als Protagonistin ist auch eine schwierige und zu Weilen anstregende Wegbegleiterin. Sie hat starke Stimmungsschwankungen und ist, besonders am Anfang, undankbar gegenüber anderen, sodass es nicht leicht ist, mit ihr warm zu werden. Zwischenzeitlich habe ich mit ihr mitfühlen können, aber sie wirklich zu verstehen, ist mir nicht gelungen.

Keeran dagegen habe ich in mein Herz schließen können, auch wenn es bei ihm ebenfalls ein paar störende Elemente gab, die seinem Charme aber glücklicherweise kaum geschadet haben.

Momente, die eigentlich sehr emotional hätten sein können, sind leider nicht genug ausgeschöpft worden, um dem Buch eine dringend benötigte Tiefe zu verleihen. Es wurde, besonders am Ende, versucht, epische Momente zu schaffen, jedoch waren diese so wirr und undurchsichtig, als dass man sie als eben jene hätte wahrnehmen können.

Während ich ab der Mitte die Hoffnung hatte, dass das Ende noch einiges retten könnte, wurde ich leider komplett enttäuscht. Das Finale, auf dass das ganze Buch hingearbeitet hat, ist in weniger als zehn Seiten abgehakt worden und Personen, die eigentlich immens wichtig für die Handlung hätten sein sollen, sind kaum erwähnt worden.

Auch das Ende hat mehr Fragen aufgeworfen, als es beantwortet hat und keinen richtigen Sinn gemacht.

Fazit: Die Grundidee des Buches ist wahnsinnig gut und hat viel Potenzial für eine spannende Fantasygeschichte, jedoch ist es sehr an der Umsetzung gescheitert, wobei einige hundert Seiten mehr dem Buch nicht geschadet hätten.

Insgesamt vergebe ich 2/5.

Felicity

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