“New York Bad Boy“ von Lauren S. Klinghammer

Es fällt mir sehr schwer dieses Buch zu bewerten, darum beginne ich sachlich mit dem Aufbau und komme danach zum Inhalt.

Das Buch beginnt mit einem Inhaltsverzeichnis, was ich zunächst sehr ungewöhnlich fand, einfach, weil ich in „Erwachsenen“-Büchern bisher kein Inhaltsverzeichnis gesehen habe, sofern es keine Sammlung von Kurzgeschichten ist. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es für mich keinen Unterschied gemacht hat, ich habe es nicht benutzt, weil ich nicht wusste wofür. Danach folgt ein Prolog, dessen Handlung neugierig macht und zum Weiterlesen anregt. Der eigentliche Inhalt startet ein Jahr vor dem Prolog.

Der Schreibstil ist am Anfang etwas schwerfällig, jedenfalls fiel es mir anfangs schwer in die Handlung einzusteigen, aber nach zwei Kapiteln wurde es immer flüssiger und ich habe es ungehindert weiter gelesen.

Den Klappentext fand ich noch ansprechend, weswegen ich auch dieses Buch angefragt habe. Zu Beginn war auch alles nachvollziehbar. Ich bin überrascht von Zoes Charakter gewesen. Zunächst hielt ich sie für ein leichtgläubiges, naives, schüchternes Landei, doch in den ersten Kapiteln hat sich mich schon vom Gegenteil überzeugt, denn plötzlich erschien sie starkt, frech und selbstbewusst und hat sich gegen andere behauptet. Jedoch hätte sie das eine oder andere Mal ihr Temperament einfach zügeln sollen.

Im weiteren Verlauf wird mir Zoe immer suspekter. Sie scheint gegen eigene Prinzipien zu verstoßen und lässt sich auf ein Verhältnis mit dem Pick-Up-Artist Danny Smith ein. Allerdings will sie eine feste Beziehung, was sie ihm natürlich nicht sagt, denn Dannys Meinung zu Beziehungen ist:

„Ich sehe nicht ein, warum Liebe sich auf einen Menschen beschränken sollte. Das ist egoistisch und nebenbei brandgefährlich“

Danny Smith, “New York Bad Boy“ von Lauren S. Klinghammer

Brandgefährlich ist dabei ein gutes Stichwort, denn Danny konnte den Sorgerechtsstreit seiner Eltern nicht verarbeiten und hat als Kind ausversehen einen halben Wald abgebrannt. Allgemein scheint Danny viel noch nicht verarbeitet zu haben, ich will aber nicht zu viel dazu vorweg nehmen.

Ich hätte noch vier Sterne geben, aber die letzten circa 20 Seiten des Buches sind dann noch sehr sehr eigenartig geworden. Es wurde ziemlich unrealistisch, es wurde nicht mehr ausgeführt, warum was gerade passiert und es wirkte wie ein gezwungenes, schnelles und zufällig erfundenes Ende, das nicht mit den Eigenschaften der Protagonisten übereinstimmt.

Schließlich endet das Buch mit dem Prolog des Anfangs, ohne diesen jedoch aufzulösen, sodass man am Scluss mit einem schnell herbeigeführten und kontextlosen offenen Ende dasitzt.

Zusammenfassend bin ich ziemlich enttäuscht. Der mittlere Handlungsstrang war gut geschrieben, aber der Anfang etwas holprig und das Ende nicht nachvollziehbar. Sehr schade, da die Idee viel Potenzial hätte. Ich hoffe dennoch auf eine Fortsetzung, einfach, weil ich offene Enden überhaupt nicht leiden kann.

3/5

Felicity

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